Indexmiete: Was sie ist, warum sie wichtig ist und wie sie deine Mietkosten beeinflusst
Wenn du eine Indexmiete, eine Mietform, bei der die Miete an den Verbraucherpreisindex gekoppelt ist. Sie wird oft in neuen Mietverträgen verwendet, besonders in Städten mit hohem Nachfragedruck. Auch bekannt als mietpreisgebundene Miete, ermöglicht sie dem Vermieter, die Miete jährlich an die Inflation anzupassen – ohne dass er einen neuen Vertrag aufsetzen muss. Das klingt fair, aber viele Mieter verstehen nicht, wie genau das funktioniert – und warum es manchmal teurer wird, als sie erwartet haben.
Die Mietpreisbindung, ein rechtlicher Rahmen, der festlegt, wie oft und um wie viel die Miete erhöht werden darf ist hier der Schlüssel. In Deutschland darf die Miete nur dann angepasst werden, wenn der Vertrag dies ausdrücklich erlaubt – und nur einmal pro Jahr. Der Anpassungsschlüssel basiert auf dem Verbraucherpreisindex, einem offiziellen Maßstab, der die Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen in Deutschland misst, den das Statistische Bundesamt veröffentlicht. Wenn die Inflation bei 3 % liegt, darf die Miete um 3 % steigen – aber nur, wenn du das im Vertrag unterschrieben hast. Viele Mieter unterschreiben das, ohne zu wissen, was sie damit akzeptieren.
Ein Mietspiegel, ein regionales Vergleichsverzeichnis, das zeigt, was für eine Wohnung in deiner Stadt normalerweise kostet hat damit nichts zu tun. Der Mietspiegel sagt, was eine Wohnung im Durchschnitt wert ist – die Indexmiete sagt, wie viel du nächstes Jahr zahlen musst. Das ist ein wichtiger Unterschied. Du kannst nicht einfach sagen: „Aber im Mietspiegel steht, dass das zu teuer ist.“ Der Indexmietvertrag hat Vorrang – solange er rechtlich korrekt aufgesetzt ist.
Warum nutzen Vermieter das? Weil es für sie risikofrei ist. Sie müssen nicht selbst entscheiden, wie viel sie erhöhen – die Inflation macht es für sie. Für dich als Mieter bedeutet das: Du zahltst mit, wenn die Preise steigen – aber nicht, wenn sie fallen. Das ist einseitig. Und viele Mieter merken erst nach Jahren, dass ihre Miete deutlich höher ist als die ihrer Nachbarn, die eine feste Miete zahlen.
Es gibt aber auch Vorteile. Wenn die Inflation sinkt, bleibt deine Miete stabil – sie fällt nicht, aber sie steigt auch nicht so schnell wie bei einer frei vereinbarten Miete. Und wenn du in einer Wohnung lebst, die schon lange nicht renoviert wurde, kann eine Indexmiete ein Zeichen dafür sein, dass der Vermieter langfristig plant – und nicht nur kurzfristig profitieren will.
Was du tun kannst? Prüfe deinen Vertrag. Steht da wirklich „Indexmiete“? Und welcher Index wird genutzt? Nur der Verbraucherpreisindex ist zulässig. Wenn da etwas anderes steht – etwa ein Warenkorb aus Baustoffen – ist das rechtswidrig. Frag nach den letzten Anpassungen. Hat die Miete in den letzten fünf Jahren um 20 % zugenommen? Dann war die Inflation hoch – aber vielleicht war sie auch zu oft angepasst. Du hast das Recht, die Nachweise zu verlangen.
Immer wieder tauchen in unseren Beiträgen Themen auf, die mit Indexmiete verwandt sind: Wie du Mietsteigerungen richtig prüfst, wann du dich gegen eine Erhöhung wehren kannst, warum eine Indexmiete oft teurer wird als gedacht, und wie du mit einem Mietrecht, das die Rechte und Pflichten von Mietern und Vermietern regelt deine Lage verbessern kannst. Hier findest du konkrete Beispiele, Checklisten und Erfahrungen von anderen Mietern – alles, was du brauchst, um nicht übervorteilt zu werden.
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