Heizungsumbau im Winter: Übergangslösungen und Planung für einen warmen Durchblick

Stellen Sie sich vor: Es ist Mitte Januar, draußen minus 12 Grad, und Ihre alte Heizung gibt den Geist auf. Kein Warmwasser, keine Heizung - und die neue Anlage kommt erst in drei Wochen. Was tun? Viele Hausbesitzer in Österreich und Deutschland erleben genau das: eine Heizungshavarie mitten im Winter. Doch statt in Panik zu verfallen, gibt es einen klaren Weg - wenn man rechtzeitig plant. Der Heizungsumbau im Winter ist kein Fall für Notlösungen, sondern für strategische Vorbereitung.

Warum gerade im Winter umstellen?

Niemand möchte im Winter ohne Heizung sitzen. Aber genau das passiert, wenn man den Austausch auf den Sommer verschiebt und dann plötzlich die alte Anlage stirbt. Der Heizungsumbau im Winter hat einen klaren Vorteil: Sie testen die neue Heizung sofort unter echten Bedingungen. Wenn die Wärmepumpe bei minus 15 Grad noch warmes Wasser liefert, dann wissen Sie, dass sie funktioniert. Im Sommer könnte sie noch so perfekt laufen - im Winter zeigt sich, ob sie wirklich hält, was sie verspricht.

Aber der Nachteil ist real: Die Zeit ist knapp, die Lieferzeiten lang, und die Kosten für eine Notlösung können schnell auf über 200 Euro pro Tag klettern. Einige Heizungsbauer verlangen im Winter sogar 50 Prozent mehr für mobile Heizgeräte, weil die Nachfrage explodiert. Laut dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) stiegen die Anfragen nach Winterumbauten im Jahr 2024 um 37 Prozent - und 68 Prozent der Kunden fragten explizit nach Übergangslösungen.

Was sagt das Gesetz? GEG 2024 und die Fristen

Seit dem 1. Januar 2024 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es schreibt vor: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das klingt kompliziert, ist aber einfach umsetzbar - wenn Sie planen.

Für Bestandsgebäude gibt es Übergangsfristen. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern - wie Graz, Linz oder Salzburg - müssen Sie bis zum 30. Juni 2026 umgestellt haben. In kleineren Gemeinden haben Sie noch bis Ende Juni 2028 Zeit. Das ist kein Freibrief, sondern eine Chance. Nutzen Sie diese Zeit, um die richtige Lösung zu finden - nicht die schnellste.

Wichtig: Wenn Sie Ihre Heizung ersetzen, müssen Sie vorher eine verpflichtende Beratung durchführen. Das ist kein Formsache, sondern ein Pflichtgespräch mit einem zertifizierten Energieberater. Der prüft, ob Ihre Wände isoliert sind, ob die Heizkörper groß genug sind und ob eine Wärmepumpe überhaupt sinnvoll ist. Ohne diese Beratung bekommen Sie keine Förderung - und in manchen Fällen keine Baugenehmigung.

Welche Heizungen sind erlaubt? Die Alternativen im Überblick

Sie können nicht einfach eine neue Ölheizung einbauen - das ist seit 2024 verboten. Aber es gibt viele andere Optionen, die gut in den Winterpassen:

  • Wärmepumpe: Die beste Wahl für moderne, gut gedämmte Häuser. Sie nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Grundwasser. Funktioniert auch bei Minusgraden - wenn sie richtig dimensioniert ist.
  • Wärmepumpen-Hybrid: Kombiniert eine Wärmepumpe mit einer Gas- oder Ölheizung. Die Wärmepumpe deckt 30-40 Prozent der Heizlast ab, der Rest kommt vom Gas. Perfekt für ältere Häuser, die noch nicht komplett saniert sind.
  • Solarthermie: Nutzt die Sonne, um Warmwasser und Heizung zu unterstützen. Ideal als Ergänzung - besonders wenn das Dach gut ausgerichtet ist.
  • Biogas oder Biomasse: Wenn Sie einen Kamin oder einen Holzpellet-Ofen haben, können Sie damit teilweise heizen. Aber Achtung: Die Anlage muss genehmigt sein, und die Lagerung von Holzpellets braucht Platz.
  • Wasserstoff-Heizsysteme: Noch selten, aber in Pilotprojekten im Einsatz. Noch nicht für den Massenmarkt geeignet - aber eine Zukunftstechnologie.
Besonders praktisch: Hybridheizungen. Sie erfüllen schon jetzt die 65-Prozent-Regel, weil die Wärmepumpe den Großteil übernimmt. Und wenn Sie später die Gasheizung abschalten, müssen Sie nicht alles neu einbauen - nur die Brennerkomponente ersetzen.

Techniker installiert eine Hybridheizung mit Wärmepumpe und Gasheizung an einem österreichischen Haus im Winter.

Übergangslösungen: Was funktioniert wirklich im Winter?

Wenn Ihre alte Heizung kaputt ist und die neue noch nicht da ist, brauchen Sie eine Übergangslösung. Und die muss sofort verfügbar sein - nicht in zwei Tagen.

Die offiziell zugelassene Lösung ist eine gasbetriebene Zentralheizung - aber nur als temporäre Ersatzanlage und maximal fünf Jahre. Sie ist kein Endziel, aber ein praktischer Brückenschlag.

Praktischer sind mobile Lösungen:

  • Mobile Elektrozentralheizung: Wird vom Heizungsbauer vor Ort angeschlossen. Liefert bis zu 20 kW Wärme - genug für ein Einfamilienhaus. Kosten: 120-250 Euro pro Tag.
  • Gemietete Gasheizung: Ähnlich wie die Elektro-Lösung, aber mit Gas. Eignet sich für größere Gebäude. Aber: Gasflaschen müssen geliefert und sicher aufgestellt werden.
  • Heizlüfter oder Raumheizer: Nur als Notfall. Keine dauerhafte Lösung. Sie trocknen die Luft, erhöhen die Feuchtigkeit und können Schimmel fördern - wie ein Nutzer aus Graz berichtet: „Drei Tage ohne Heizung, Schimmel in der Ecke. Kosten: 450 Euro für die Mietheizung - und 1.200 Euro für die Schimmelbeseitigung.“
Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Heizungsbauer liegt oft in der Vorbereitung. Ein Profi hat eine mobile Heizung bereits vor Ort, oder er hat einen festen Partner, der sie innerhalb von 24 Stunden liefern kann. Ein Amateur wartet, bis es zu spät ist.

So planen Sie den Winterumbau richtig - Schritt für Schritt

Ein Heizungsumbau im Winter ist kein spontaner Akt. Er braucht Zeit - und eine klare Struktur.

  1. Mindestens 4 Wochen vorher beginnen. Wenn Ihre Heizung im Dezember noch funktioniert, aber Sie spüren, dass sie älter wird - handeln Sie jetzt. Warten Sie nicht auf den Ausfall.
  2. Drei Angebote einholen. Nicht nur den billigsten nehmen. Prüfen Sie: Enthält das Angebot eine Übergangslösung? Ist die Wärmepumpe richtig dimensioniert? Gibt es eine Garantie von mindestens fünf Jahren?
  3. Klären Sie die Übergangslösung im Angebot. Fragt der Installateur: „Wie lange dauert der Austausch?“ und „Was passiert, wenn es kälter als -10 Grad wird?“ Wenn nicht - suchen Sie einen anderen.
  4. Wählen Sie einen Tag mit milder Temperatur. Ideal: zwischen -5 und +5 Grad. Dann ist die Installation schneller, und die Rohre brechen nicht.
  5. Maximal 48 Stunden Bauzeit. Länger als zwei Tage sollte es nicht dauern. Jeder Tag ohne Heizung ist ein Tag Stress.
  6. Überprüfen Sie alles nach der Installation. Die Heizkurve, die Raumtemperatur, die Warmwasserbereitung. Fragen Sie: „Wie bediene ich die App?“, „Was mache ich, wenn die Wärmepumpe in der Nacht abschaltet?“
Ein Erfahrungsbericht von „EnergieSparFamilie“ aus Graz zeigt, wie es richtig geht: „Unser Heizungsbauer hatte die mobile Elektroheizung schon vor Ort. Wir waren nie unter 18 Grad. Die zusätzlichen Kosten: 120 Euro für zwei Tage. Kein Stress, kein Schimmel.“

Zeitliche Entwicklung vom defekten Heizsystem über eine Übergangslösung bis zur modernen Hybridheizung mit erneuerbaren Energien.

Was kostet das wirklich? Preise und Förderungen

Ein Heizungsumbau kostet nicht nur Geld - er kostet auch Zeit und Nerven. Aber er lohnt sich.

  • Wärmepumpe: 15.000-25.000 Euro (je nach Hausgröße und Dämmung)
  • Hybridheizung: 12.000-18.000 Euro
  • Mobile Heizung pro Tag: 120-300 Euro
  • Heizungsbauer-Projekt-Paket (mit Übergangslösung): 200-400 Euro pauschal (seit 2024 bei 43 Prozent der Anbieter verfügbar)
Gut zu wissen: Der Staat fördert. Mit dem BAFA gibt es bis zu 40 Prozent Zuschuss für Wärmepumpen - wenn Sie vorher die Beratung gemacht haben. Und ab 2025 steigt die Förderung für Hybridlösungen. Informieren Sie sich früh - die Anträge dauern oft Wochen.

Die häufigsten Fehler - und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Probleme beim Winterumbau entstehen nicht durch Technik - sondern durch Planung.

  • Fehler 1: Keine Übergangslösung vereinbart. Dann sitzen Sie im kalten Haus - und zahlen doppelt: für die Mietheizung und für Schimmelbeseitigung.
  • Fehler 2: Die Heizung ist zu klein. Eine Wärmepumpe, die bei +5 Grad funktioniert, versagt bei -15 Grad. Der Installateur muss die Heizlast Ihres Hauses berechnen - nicht schätzen.
  • Fehler 3: Sie warten auf den Ausfall. Ein Heizungsausfall ist kein Zufall - er ist die Folge von Vernachlässigung. Planen Sie im Herbst - nicht im Januar.
  • Fehler 4: Sie glauben, eine alte Ölheizung sei günstiger. Die Kosten für Öl sind gestiegen, die CO2-Abgabe wird immer höher. Die Wärmepumpe ist langfristig günstiger - und umweltfreundlicher.

Was kommt als Nächstes? Die Zukunft der Heizung

Expert:innen des Fraunhofer-Instituts prognostizieren: Bis 2026 wird mehr als die Hälfte aller Winterumbauten mit Hybridheizungen durchgeführt. Warum? Weil sie die Gesetze erfüllen, die Übergangsphase abdecken und die Kosten kontrollierbar halten.

Auch die Digitalisierung macht Fortschritte. Moderne Heizungen lassen sich per App überwachen. Wenn die Außentemperatur auf -12 Grad fällt, sendet die Anlage eine Warnung - und der Installateur weiß sofort, ob alles in Ordnung ist. Eine Pilotstudie der TU München zeigte: Die Reaktionszeit bei Problemen sinkt um 70 Prozent.

Die Zukunft ist nicht mehr nur „Heizung“ - sie ist „Wärmemanagement“. Und wer heute plant, spart nicht nur Geld - sondern auch Nerven, Zeit und Schimmel.

Kann ich im Winter wirklich eine Wärmepumpe einbauen?

Ja, das ist möglich - und sogar empfehlenswert. Moderne Wärmepumpen funktionieren auch bei Temperaturen unter -20 Grad. Wichtig ist, dass sie richtig dimensioniert ist. Ein Fachmann berechnet die Heizlast Ihres Hauses und wählt das passende Modell. Die Installation dauert normalerweise 1-2 Tage. Mit einer mobilen Übergangslösung bleibt Ihr Zuhause warm.

Was ist die beste Übergangslösung für einen Heizungsausfall im Winter?

Die beste Lösung ist eine mobile Elektrozentralheizung, die direkt an Ihr bestehendes Heizsystem angeschlossen wird. Sie liefert konstante Wärme, ist sauber, leise und kann von Ihrem Heizungsbauer innerhalb von 24 Stunden bereitgestellt werden. Gasheizungen sind ebenfalls möglich, aber sie benötigen Flaschen und eine sichere Aufstellung. Raumheizer sind nur als Notlösung geeignet - sie trocknen die Luft und fördern Schimmel.

Wie lange dauert es, eine neue Heizung zu installieren?

Bei einer Wärmepumpe oder Hybridheizung dauert die Installation in der Regel 1-2 Tage, wenn alles vorbereitet ist. Bei älteren Gebäuden mit komplizierten Rohrleitungen kann es bis zu 3 Tage dauern. Wichtig: Der Heizungsbauer sollte die Arbeiten auf maximal 48 Stunden begrenzen - und eine Übergangslösung bereitstellen, damit Sie nicht frieren.

Muss ich vor dem Heizungsumbau eine Beratung machen?

Ja, das ist seit Januar 2024 gesetzlich vorgeschrieben, wenn Sie eine Heizung mit Gas oder Öl einbauen. Die Beratung muss von einem zertifizierten Energieberater durchgeführt werden. Sie kostet meist 150-300 Euro, ist aber die Voraussetzung für jede Förderung. Ohne Beratung bekommen Sie keinen Zuschuss - und in einigen Bundesländern keine Baugenehmigung.

Warum sind Hybridheizungen im Winter so beliebt?

Weil sie die besten beiden Welten verbinden: Die Wärmepumpe sorgt für niedrige Betriebskosten und erneuerbare Energie, die Gasheizung sichert die Wärme bei extremen Minustemperaturen. Sie erfüllen bereits die 65-Prozent-Regel des GEG und ermöglichen eine schrittweise Umstellung. Wenn Ihr Haus nicht vollständig gedämmt ist, ist eine Hybridlösung die sicherste und kostengünstigste Option.

Kann ich meine alte Heizung einfach abschalten und auf eine Wärmepumpe umsteigen?

Nicht immer. Alte Heizkörper sind oft zu klein für die niedrigeren Temperaturen einer Wärmepumpe. Sie brauchen entweder größere Heizkörper, Fußbodenheizung oder eine Kombination aus beiden. Ein Energieberater prüft, ob Ihre bestehende Anlage kompatibel ist. Wenn nicht, müssen Sie teurere Sanierungsarbeiten planen - aber das lohnt sich langfristig.

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Felicitas Call

Felicitas Call

Ich bin Tischlerin in Graz und spezialisiere mich auf maßgefertigte Innenausbauten. Ich plane und fertige Möbel sowie Einbauten für Altbau- und Neubauprojekte. In meiner Freizeit schreibe ich Fachbeiträge zu Immobilientrends, Sanierung und nachhaltigen Materialien. Ich verbinde Handwerk, Design und Praxiswissen für Wohn- und Gewerbeobjekte.