Wie viel kostet eine Renovierung wirklich? Viele Hausbesitzer starten mit einem Traum - ein frisches Bad, neue Böden, eine warme Fassade - und enden mit einer Rechnung, die doppelt so hoch ist wie geplant. Der Grund? Sie haben die Materialkosten nicht richtig verglichen. In 2026 ist es wichtiger denn je, zwischen günstigen und teuren Optionen zu unterscheiden, bevor der erste Hammer geschwungen wird. Denn Baumaterialien sind nicht mehr wie vor fünf Jahren: Preise sind um 3-5 % gestiegen, Lieferzeiten länger, und die GEG-Vorgaben zwingen Sie zu bestimmten Dämmstandards. Aber das bedeutet nicht, dass Sie Ihr Budget sprengen müssen. Mit klugen Entscheidungen können Sie bis zu 30 % sparen - ohne auf Qualität zu verzichten.
Wo liegen die größten Kostenfallen bei Renovierungen?
Die häufigste Falle? Zu wenig Planung. Viele denken, dass sie nur die Materialkosten brauchen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. In einer durchschnittlichen Renovierung machen Materialien 40-50 % der Gesamtkosten aus. Der Rest: Arbeitskosten, Entsorgung, Gerüst, Unvorhergesehenes. Und das Unvorhergesehene ist oft das teuerste. Ein alter Putz, der unter der Farbe feucht ist. Eine alte Heizungsleitung, die bricht, wenn man sie berührt. Ein Boden, der nicht eben ist und erstmal ausgeglichen werden muss. All das kostet Geld - und wenn Sie es nicht einkalkuliert haben, wird es schnell zur Überraschung.
Ein kluger Ansatz: Rechnen Sie mit +15 bis 20 % über Ihrem geplanten Budget. Das ist keine Verschwendung - das ist Versicherung. Wer das nicht tut, zahlt später doppelt. Denn wenn das Geld knapp wird, wird man unüberlegt. Und dann kauft man das billigste Laminat, das nicht hält, oder lässt die Fliesen von jemandem verlegen, der nicht versichert ist. Beides kostet später mehr, als wenn man von Anfang an richtig geplant hätte.
Materialkosten im Vergleich: Was kostet was wirklich?
Bevor Sie sich für einen Bodenbelag entscheiden, schauen Sie genau hin. Laminat ist nicht gleich Laminat. Ein günstiges, dünnes Laminat von einem Discounter kostet 8-12 €/m². Ein stabiles, wasserfestes Laminat mit guter Dämmung liegt bei 15-20 €/m². Der Unterschied? Haltbarkeit, Klang und Feuchtigkeitsbeständigkeit. In einem Bad oder Keller ist das kein Luxus - das ist Pflicht. Und wer es falsch macht, zahlt später für Reparaturen.
Fliesen sind ein anderes Beispiel. Ein einfacher Feinsteinzeugbelag kostet 20-30 €/m². Ein hochwertiger Naturstein wie Marmor oder Granit? 80-150 €/m². Die Verlegung macht nochmal den Unterschied: Ein Fachmann nimmt 40-80 €/m². Selbst verlegen? 15-25 €/m² - aber nur, wenn Sie Erfahrung haben. Wer das erste Mal Fliesen verlegt, braucht oft doppelt so viel Material, weil er bricht, schneidet oder falsch verlegt. Und das macht die Einsparung zunichte.
Wände sind einfacher. Dispersionsfarbe kostet 3-8 €/m². Silikatfarbe, die atmet und Schimmel verhindert, liegt bei 10-15 €/m². Für eine 50 m² Wohnung sparen Sie mit Dispersionsfarbe bis zu 350 €. Aber wenn Sie im Bad oder in einem alten Haus mit Feuchtigkeitsproblemen wohnen, ist Silikatfarbe die bessere Investition. Sie verhindert teure Schimmelbeseitigungen später.
Die größten Einsparungen: Eigenleistung vs. Fachmann
Die größte Kostenbremse bei Renovierungen ist nicht das Material - es ist die Arbeit. Ein Fachbetrieb verlangt für das Verlegen von Laminat 25-35 €/m². Wenn Sie es selbst machen, zahlen Sie nur 8-15 €/m² - also fast 60 % weniger. Bei Fliesen ist der Unterschied noch größer: 40-80 €/m² Fachmann versus 15-25 €/m² Eigenleistung. Das ist ein Sparpotenzial von bis zu 2.000 € bei einer 100 m² Wohnung.
Aber: Nicht alles ist für Eigenleistung geeignet. Elektrik, Sanitär, Heizung - das ist kein DIY-Bereich. Ein falsch verlegter Wasserhahn kann das ganze Haus überschwemmen. Eine falsch verdrahtete Steckdose kann brennen. Und wenn etwas schiefgeht, zahlt die Versicherung nicht. Deshalb: Konzentrieren Sie sich auf die Arbeiten, die wirklich einfach sind. Malen, Laminat verlegen, Fliesen in trockenen Räumen, Schränke aufbauen. Alles andere überlassen Sie Profis.
Ein Tipp aus Bremen: Viele Handwerker bieten in der Nebensaison (November bis Februar) günstigere Preise. Warum? Weil sie weniger Aufträge haben. Wenn Sie flexibel sind, können Sie bis zu 15 % sparen - einfach durch den richtigen Zeitpunkt.
Was kostet eine ganze Wohnung? Realistische Zahlen für 2026
Ein 70 m² Apartment zu renovieren kostet zwischen 20.000 und 60.000 €. Ein 100 m² Apartment? 30.000 bis 80.000 €. Das klingt viel - aber es hängt von einer Sache ab: Was genau machen Sie?
- Leichte Renovierung: Neue Farbe, Laminat, neue Lichter. 200-400 €/m². Das sind 14.000-28.000 € für 70 m².
- Mittlere Renovierung: Bad und Küche erneuert, neue Fenster, Dämmung in der Decke. 500-800 €/m². Das sind 35.000-56.000 € für 70 m².
- Umfassende Sanierung: Alles neu: Heizung, Dach, Fassade, Fenster, Elektrik, Sanitär, Innenausbau. 800-1.200 €/m². Hier liegen die Kosten bei 56.000-84.000 € für 70 m².
Die meisten Hausbesitzer in Deutschland entscheiden sich für die mittlere Renovierung. Sie bringt den größten Nutzen: Komfort, Energieeinsparung, Wertsteigerung. Und sie ist noch im Rahmen eines vernünftigen Budgets.
Energetische Sanierung: Warum sie sich lohnt - und wie Sie sie günstiger machen
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt seit 2024 vor: Bei Dach- oder Fassadensanierungen müssen Sie auch dämmen. Das klingt teuer - und ist es auch. Eine Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem kostet 100-200 €/m². Eine hinterlüftete Fassade? 200-400 €/m². Aber: Sie sparen Heizkosten. Und Sie bekommen Förderung.
Die KfW fördert energetische Sanierungen mit bis zu 20 % Zuschuss. Wenn Sie 20.000 € in eine Fassadendämmung investieren, bekommen Sie 4.000 € zurück. Das macht den Preis von 180 €/m² auf 144 €/m². Das ist kein Luxus - das ist intelligente Investition. Und wenn Sie zusätzlich eine Wärmepumpe einbauen, gibt es vom BAFA noch einmal bis zu 30 % Förderung.
Auch nachhaltige Materialien werden günstiger. Zellulose-Dämmung kostet 30-50 €/m² - ähnlich wie Glaswolle. Lehmputz ist mit 15-25 €/m² teurer als Dispersionsfarbe, aber er reguliert die Luftfeuchtigkeit und ist komplett recycelbar. Und: Er wird immer beliebter. Viele Handwerker haben inzwischen Erfahrung damit. Es ist kein Nischenprodukt mehr.
Wie Sie Ihre Renovierung richtig planen - Schritt für Schritt
Keine Renovierung funktioniert ohne Plan. Hier ist Ihr praktischer Fahrplan für 2026:
- Bestandsaufnahme: Messen Sie jede Fläche. Notieren Sie, was kaputt ist: Risse im Putz, feuchte Wände, undichte Fenster, alte Leitungen. Machen Sie Fotos. Das hilft später, wenn Sie Angebote einholen.
- Materialkosten ermitteln: Nutzen Sie Online-Kostenrechner wie von Vergleich.de oder MyPlanergy. Sie berücksichtigen regionale Preise und aktuelle Marktentwicklungen. Das ist 25 % genauer als Schätzen.
- Fachbetriebe anfragen: Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Vergleichen Sie nicht nur den Preis - vergleichen Sie auch die Leistung: Was ist eingeschlossen? Wer entsorgt den Müll? Gibt es Garantie?
- Einplanen: Nebenkosten und Puffer: Gerüst: 500-2.000 €. Entsorgung: 300-1.000 €. Unvorhergesehenes: +15-20 %. Das ist kein Extra - das ist Teil des Budgets.
- Förderungen prüfen: KfW, BAFA, Kommunen - alle bieten Zuschüsse. Die Anträge brauchen Zeit. Beginnen Sie früh. Ein Antrag kann bis zu 8 Wochen dauern.
- Material bestellen: Holzprodukte brauchen 4-6 Wochen Lieferzeit. Metallteile bis zu 8 Wochen. Bestellen Sie nicht erst, wenn Sie anfangen wollen. Sonst warten Sie - und zahlen Taggeld für den Handwerker.
Was Sie jetzt tun sollten - und was nicht
Wenn Sie im Januar 2026 anfangen, haben Sie einen Vorteil: Die Preise sind noch nicht vollständig auf die neuen Rohstoffkosten umgestellt. Die meisten Hersteller erhöhen erst im Frühjahr. Nutzen Sie diese Zeit. Bestellen Sie Materialien jetzt, wenn die Preise noch niedrig sind. Und planen Sie Ihre Renovierung so, dass sie im März oder April losgeht - dann sind die Handwerker noch nicht im Hochsommer-Running.
Was Sie nicht tun sollten: Geld für teure Markenprodukte ausgeben, nur weil sie „schön“ sind. Ein teurer Boden, der nicht passt, macht Ihre Wohnung nicht wertvoller - er macht sie nur teurer. Konzentrieren Sie sich auf Funktion und Langlebigkeit. Ein guter Laminatboden hält 20 Jahre. Ein teurer Parkettboden? Auch 20 Jahre - aber er kostet das Doppelte.
Und: Verlassen Sie sich nicht auf das, was andere tun. Ein Nachbar hat in München 1.000 €/m² ausgegeben. Sie wohnen in Bremen. Die Preise sind anders. Nutzen Sie lokale Angebote, lokale Handwerker, lokale Förderungen. Das ist der Schlüssel zu einer günstigen, aber qualitativ hochwertigen Renovierung.
Wie viel Geld sollte ich für eine Renovierung einplanen?
Für eine leichte Renovierung (Farbe, Boden, Licht) planen Sie 200-400 € pro Quadratmeter. Für eine mittlere Sanierung mit Bad und Küche neu: 500-800 €/m². Bei einer umfassenden Sanierung mit Dach, Fassade und Heizung kommen 800-1.200 €/m² zusammen. Für eine 70 m² Wohnung bedeutet das 35.000-56.000 € bei mittlerer Sanierung. Fügen Sie immer 15-20 % als Puffer hinzu.
Welche Materialien sparen am meisten Geld?
Laminat statt Parkett, Dispersionsfarbe statt Silikatfarbe, Feinsteinzeug statt Naturstein. Bei Bodenbelägen sparen Sie bis zu 60 % mit Laminat. Bei Wänden sind Dispersionsfarben 40-50 % günstiger als hochwertige Anstriche. Und bei Dämmung ist Zellulose heute fast so günstig wie Glaswolle - aber umweltfreundlicher. Die größten Einsparungen kommen aber durch Eigenleistung: Laminat oder Farbe selbst verlegen, spart bis zu 30 % der Gesamtkosten.
Lohnt sich Eigenleistung bei Renovierungen?
Ja - aber nur bei einfachen Arbeiten. Malen, Laminat verlegen, Schränke aufbauen, Fliesen in trockenen Räumen - das können Sie selbst machen und sparen bis zu 60 %. Aber bei Elektrik, Sanitär, Heizung oder Dämmung ist das Risiko zu hoch. Ein falscher Anschluss kann Schäden von 10.000 € verursachen. Investieren Sie dort in Profis - sparen Sie wo es sicher ist.
Wie kann ich Förderungen für meine Renovierung nutzen?
Die KfW fördert energetische Sanierungen mit bis zu 20 % Zuschuss - für Dämmung, Fenster, Heizung. BAFA zahlt bis zu 30 % für Wärmepumpen. Die Anträge müssen vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Holen Sie einen Energieberater (iSFP) - der hilft Ihnen, die richtigen Maßnahmen auszuwählen und die Förderung zu maximieren. Viele Kommunen bieten zusätzlich lokale Zuschüsse. Prüfen Sie immer, ob Sie Anspruch haben.
Warum sind Materialkosten in München höher als in Bremen?
In Großstädten wie München, Hamburg oder Berlin sind die Arbeitskosten 15-25 % höher, weil die Nachfrage größer ist und die Lebenshaltungskosten steigen. Auch die Lieferkosten sind höher - Transporte in die Stadt sind teurer. In ländlichen Gebieten gibt es oft Rabatte von 10-20 %, weil Handwerker weniger Aufträge haben und günstiger arbeiten müssen, um zu überleben. Nutzen Sie das: Wenn Sie flexibel sind, planen Sie Ihre Renovierung in einer Region mit niedrigeren Preisen - oder suchen Sie Handwerker aus ländlichen Gebieten, die in die Stadt fahren.
Harald Kuschmierz
Jan 13, 2026 AT 10:59Ich hab letztes Jahr mein Bad selbst gefliest – und ja, ich war ein Vollidiot 🤦♂️. Zwei Tage lang nur Bruchteile, dann hab ich gemerkt: Das ist kein Lego. Jetzt zahle ich für den Profi, der das alles rückgängig macht. Und nein, ich brauche keine Empathie. Ich brauch‘ ne neue Wohnung.