Was, wenn du deine Immobilie verkaufen willst, aber nicht aus deinem Zuhause ausziehen möchtest? Und was, wenn du damit gleichzeitig dein Einkommen im Alter sichern willst? Die Lösung: eine Leibrente mit Immobilienverkauf. Dieses Modell ist kein Nischentrick mehr - es ist ein etabliertes Instrument, das seit Jahren Tausende Senioren in Deutschland nutzt. Im Jahr 2024 wurden über 12.000 solcher Verträge notariell beurkundet, und das Marktvolumen lag bei 2,3 Milliarden Euro. Doch hinter der scheinbaren Einfachheit steckt ein komplexes Geflecht aus Steuervorschriften, rechtlichen Fallstricken und sozialen Folgen, die viele nicht sehen, bis es zu spät ist.
Wie funktioniert eine Leibrente eigentlich?
Du verkaufst deine Immobilie an einen Käufer - meist eine Firma, aber auch eine Privatperson - und bekommst dafür im Gegenzug lebenslang eine monatliche Zahlung: die Leibrente. Gleichzeitig bleibst du oft weiterhin in deiner Wohnung oder deinem Haus wohnen. Der Käufer wird neuer Eigentümer, du bleibst Mieter mit einem besonderen Recht: dem Wohnrecht. Die Höhe der Rente hängt von deinem Alter, dem Wert der Immobilie und der vereinbarten Laufzeit ab. Ein 75-Jähriger, der eine Wohnung im Wert von 300.000 Euro verkauft, erhält typischerweise zwischen 800 und 1.100 Euro monatlich - je nach Anbieter und Vertragsbedingungen.
Das Besondere: Du bekommst kein Geld auf einmal, sondern über viele Jahre. Das ist gut, wenn du kein großes Kapital verwalten willst, aber schlecht, wenn du plötzlich eine hohe Ausgabe brauchst - etwa für eine neue Heizung oder eine Pflegebedürftigkeit. Denn die Leibrente ist kein Bargelddepot. Sie ist eine laufende Zahlung, die nur solange fließt, wie du lebst. Stirbst du früher, endet die Zahlung - es sei denn, du hast eine Garantiezeit vereinbart.
Welche rechtlichen Grundlagen gelten?
Der Vertrag ist kein normaler Kaufvertrag. Er ist ein Leibrentenvertrag und wird nach den Paragraphen 194 bis 203 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Das bedeutet: Er muss notariell beurkundet werden. Kein Handshake, kein E-Mail-Vertrag - nur ein notariell beglaubigtes Dokument ist rechtsgültig. Das kostet zwischen 1.200 und 1.800 Euro, aber es ist notwendig. Ohne Notar ist der Vertrag ungültig.
Ein guter Vertrag enthält drei essenzielle Punkte: Erstens, die genaue Höhe der monatlichen Rente und wann sie fällig ist. Zweitens, ob und wie sie an Inflation angepasst wird - das ist entscheidend. Wer heute 1.000 Euro bekommt, hat in 15 Jahren mit 700 Euro Kaufkraft zu kämpfen, wenn nichts angepasst wird. Drittens, die Garantiezeit. Die meisten seriösen Anbieter bieten 10 bis 15 Jahre an. Das bedeutet: Selbst wenn du nach fünf Jahren stirbst, zahlt der Käufer weiter - bis die Garantiezeit abgelaufen ist. Ohne diese Klausel riskierst du, dass deine Erben nichts mehr sehen.
Ein häufiger Fehler: Verträge mit Verwandten. Du verkaufst deine Wohnung an deine Tochter und bekommst eine Leibrente. Klingt logisch. Aber das Finanzamt prüft solche Verträge besonders genau. Der Bundesfinanzhof hat 2022 entschieden: Wenn die Immobilie weitervermietet wird, kann der Ertragsanteil zwar als Werbungskosten abgesetzt werden - aber nur, wenn die Rente tatsächlich marktgerecht ist. Ein zu niedriger Betrag wird als Schenkung gewertet - und das kann steuerliche Folgen haben.
Wie wird die Leibrente besteuert?
Die gute Nachricht: Du zahlst nicht die gesamte Rente an das Finanzamt. Nur ein Teil ist steuerpflichtig - der sogenannte Ertragsanteil. Der Rest gilt als Rückzahlung des Verkaufserlöses und ist steuerfrei. Die Höhe des Ertragsanteils hängt nur von deinem Alter ab, wenn die erste Rente gezahlt wird - nicht vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Das ist ein entscheidender Punkt, den viele falsch verstehen.
So sieht die Staffelung 2025 aus:
- 65-66 Jahre: 18 % steuerpflichtig
- 70-71 Jahre: 16 %
- 75-76 Jahre: 13 %
- 80-81 Jahre: 10 %
- 85-86 Jahre: 7 %
- 97+ Jahre: 1 %
Beispiel: Du bist 76, bekommst 1.000 Euro Rente pro Monat. Davon sind nur 130 Euro steuerpflichtig. Wenn dein sonstiges Einkommen - etwa Rente oder Zinsen - unter 9.744 Euro im Jahr liegt, zahlst du gar keine Steuer. Das ist ein großer Vorteil gegenüber einer klassischen Immobilienvermietung, wo du den gesamten Mietgewinn versteuern musst.
Aber Achtung: Diese Zahlen werden sich ändern. Das Bundesfinanzministerium prüft seit 2024, ob die Altersstaffelung an die gestiegene Lebenserwartung angepasst werden muss. Experten rechnen damit, dass ab 2026 die Ertragsanteile leicht steigen - etwa auf 20 % für 75-Jährige. Wer jetzt einen Vertrag abschließt, sichert sich die günstigeren Regeln.
Was passiert mit der Grundsicherung?
Das ist der größte Fallstrick, den fast jeder unterschätzt. Wer Grundsicherung im Alter (Sozialhilfe) bezieht, verliert sie, sobald er eine Leibrente erhält. Denn die Leibrente wird als Einkommen gewertet - und zwar zu 100 %. Jeder Euro Leibrente wird von der Grundsicherung abgezogen. Ein Beispiel: Du bekommst 850 Euro Leibrente und hattest vorher 800 Euro Grundsicherung. Jetzt bekommst du nur noch 50 Euro - und hast trotzdem keine zusätzliche finanzielle Luft. Du hast deine Wohnung verloren, aber kein größeres Einkommen gewonnen.
Dazu kommt: Der Schonbetrag für Vermögen sinkt von 100.000 Euro auf 50.000 Euro, wenn du deine Immobilie verkaufst. Das bedeutet: Wenn du 60.000 Euro aus dem Verkauf auf dem Konto hast, ist das über dem neuen Schonbetrag - und du verlierst die Grundsicherung. Viele Senioren merken das erst, wenn die Kürzung kommt - und dann ist es zu spät.
Welche Anbieter gibt es - und wie wählt man den richtigen?
Es gibt über 120 Anbieter in Deutschland. Die fünf größten - Deutsche Teilkauf, RentePlusImmobilie, Volksbank Teilverkauf, Immoverkauf24 und DTK - kontrollieren zusammen 43 Prozent des Marktes. Das bedeutet: Du hast Auswahl, aber auch Risiko. Viele kleinere Anbieter sind nicht reguliert - und das ist gefährlich.
Seit Januar 2024 müssen alle gewerblichen Anbieter eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) haben. Das hat die Zahl der Anbieter von 150 auf 120 reduziert. Achte also darauf: Nur Anbieter mit BaFin-Zulassung sind seriös. Frag nach der Erlaubnisnummer - und prüfe sie auf der Website der BaFin.
Ein weiterer Trend: Seit 2023 bieten 68 Prozent der Anbieter sogenannte „abgekürzte Leibrenten“ an. Das sind Verträge mit fester Laufzeit - meist 15 bis 20 Jahre. Die monatliche Rente ist höher, aber du bekommst sie nicht lebenslang. Der Ertragsanteil liegt bei 25-35 %, also deutlich höher. Das lohnt sich nur, wenn du eine kurze Lebenserwartung hast - oder wenn du die Rente für eine bestimmte Ausgabe brauchst, etwa eine Pflegekostenfinanzierung.
Ein neues Angebot: die indexgebundene Leibrente. Hier wird die Rente jährlich an die Inflation angepasst - meist am Verbraucherpreisindex. 41 Prozent der Anbieter bieten das heute an. Das ist gut für langfristige Planung. Aber: Solche Verträge sind teurer für den Anbieter. Deshalb ist die Anfangsrente oft niedriger als bei einer fixen Variante.
Was du unbedingt vermeiden solltest
- Kein Notar: Ohne notarielle Beurkundung ist der Vertrag wertlos.
- Keine Garantiezeit: Ohne Garantiezeit stirbst du, und dein Erbe bekommt nichts - egal, wie viel du in die Immobilie investiert hast.
- Keine Inflationsanpassung: Deine Rente wird mit der Zeit wertlos, wenn sie nicht angepasst wird.
- Keine Prüfung der Anbieter: Nicht jeder, der „Leibrente“ sagt, ist seriös. Prüfe die BaFin-Zulassung.
- Keine Steuererklärung vergessen: Die Leibrente muss in Zeile 42 des Einkommensteuerformulars angegeben werden - nur der Ertragsanteil in Zeile 43. 37 Prozent der geprüften Fälle hatten Fehler - mit durchschnittlich 2.145 Euro Nachforderung.
Wie geht es weiter? Die Zukunft der Leibrente
Die Bundesregierung prüft eine Änderung im Erbschaftsteuerrecht: Ab 2026 soll eine Leibrente, die vor dem 70. Lebensjahr abgeschlossen wird, nicht mehr schenkungssteuerfrei sein. Das könnte viele Verträge mit Kindern oder Enkeln unattraktiv machen.
Auch das Longevity-Risiko wird größer. Wenn Menschen immer älter werden, müssen Anbieter länger zahlen - und das kostet Geld. Experten warnen: Wenn die Lebenserwartung weiter steigt, könnten Anbieter die Rente kürzen - oder die Verträge gar nicht mehr anbieten. Die indexgebundene Variante könnte dann zum Standard werden. Aber das bedeutet auch höhere Kosten für dich als Verkäufer - denn der Anbieter muss das Risiko abfedern.
Die Leibrente ist kein Allheilmittel. Sie ist ein Werkzeug - und wie jedes Werkzeug muss man es richtig benutzen. Wer sie als Einkommensquelle nutzt, ohne die sozialen und steuerlichen Folgen zu prüfen, läuft Gefahr, aus dem einen Problem in ein anderes zu geraten. Wer sie mit Fachwissen und klarem Kopf einsetzt, kann damit ein sicheres, selbstbestimmtes Alter finanzieren - ohne auszuziehen, ohne zu verarmen, ohne zu verzichten.
Ist eine Leibrente steuerfrei?
Nein, die Leibrente ist nicht steuerfrei. Nur ein Teil - der Ertragsanteil - ist steuerpflichtig. Dieser Anteil hängt vom Alter beim ersten Zahlungsbeginn ab und liegt zwischen 1 % und 18 %. Der Rest gilt als Rückzahlung des Verkaufserlöses und ist steuerfrei. Wer unter dem Grundfreibetrag von 9.744 Euro (Alleinstehende) bleibt, zahlt keine Steuer.
Kann ich die Leibrente an meine Kinder vererben?
Nein, die Leibrente endet mit deinem Tod - es sei denn, du hast eine Garantiezeit vereinbart. Dann zahlt der Käufer weiter, bis die Garantiezeit abgelaufen ist. Die verbleibenden Zahlungen gehen dann an deine Erben. Ohne Garantiezeit ist kein Erbe möglich. Das ist ein zentrales Risiko, das viele unterschätzen.
Wird die Leibrente auf die Rente angerechnet?
Die Leibrente wird nicht auf die gesetzliche Rente angerechnet. Sie ist ein eigenständiges Einkommen. Aber sie wird auf die Grundsicherung im Alter angerechnet - und zwar zu 100 %. Jeder Euro Leibrente senkt deine Sozialhilfe um einen Euro. Das kann den finanziellen Vorteil komplett aufheben.
Kann ich die Immobilie trotz Leibrente vermieten?
Nein, wenn du eine Leibrente mit Wohnrecht vereinbarst, darfst du die Immobilie nicht vermieten. Du bleibst Bewohner, der Käufer ist Eigentümer. Du kannst nur dann vermieten, wenn du das Wohnrecht aufgibst - was den Vertrag aufhebt. Es gibt aber Ausnahmen: Wenn du die Immobilie an einen Verwandten verkaufst und weiterhin wohnst, aber keine Wohnrechtsvereinbarung hast, kann das als Mietverhältnis gewertet werden - mit steuerlichen Folgen.
Was passiert, wenn ich die Leibrente nicht versteuere?
Wenn du die Leibrente nicht in deiner Steuererklärung angibst, kann das Finanzamt Nachforderungen stellen - oft mit Zinsen und Bußgeldern. Eine Analyse aus Baden-Württemberg zeigt: 37 Prozent der geprüften Fälle hatten Fehler bei der Angabe des Ertragsanteils. Die durchschnittliche Nachforderung lag bei 2.145 Euro. Es lohnt sich nicht, das zu ignorieren.
Kann ich die Leibrente kündigen?
Nein, eine Leibrente ist lebenslang und nicht kündbar. Der Vertrag ist bindend. Du kannst nicht einfach zurücktreten, weil du die Rente nicht mehr brauchst oder weil du dich umziehen willst. Du kannst nur verkaufen - aber das ist extrem schwierig und teuer. Es gibt keine Marktplätze für Leibrenten. Deshalb: Nur abschließen, wenn du sicher bist.
erwin dado
Dez 24, 2025 AT 09:42Das ist eine klare, gut strukturierte Erklärung. Endlich mal jemand, der nicht nur von der Leibrente schwärmt, sondern auch die Fallstricke benennt. Besonders die Warnung vor der Grundsicherung ist Gold wert.
Sonja Schöne
Dez 25, 2025 AT 17:59Leibrente ist doch nur was für Leute, die nicht sparen konnten
Paul O'Sullivan
Dez 27, 2025 AT 12:12Oh bitte. Wieder eine von diesen steuerlichen Wunderwaffen, die angeblich alles lösen. Du verkaufst dein Zuhause, bekommst ein bisschen Geld monatlich und hast plötzlich keine Kontrolle mehr über deine eigenen vier Wände. Und dann wunderst du dich, dass du dich wie ein Obdachloser fühlst, obwohl du noch in deiner Wohnung wohnst? Das ist kein Sicherheitsnetz, das ist ein psychologisches Gefängnis. Wer sagt, dass man nicht einfach eine Umkehrhypothek nehmen kann? Oder eine Mietkauflösung? Nein, das ist alles nur Marketing von Firmen, die sich an alten Leuten bereichern wollen. Und dann noch diese ganzen Anbieter mit BaFin-Zulassung – als ob das irgendeinen Schutz bietet. Die Banken haben auch eine Zulassung, und trotzdem haben sie 2008 die Welt in die Knie gezwungen.
Und diese Ertragsanteile? Die werden sich ändern, klar. Aber wer glaubt, dass die Regierung jemals einen Senioren wirklich schützen wird? Die haben die Renten gesenkt, die Pflegekosten hochgejagt und jetzt wollen sie uns noch die Immobilie wegnehmen, damit wir uns nicht beschweren. Und die Garantiezeit? Ach ja, 15 Jahre. Und wenn du 85 bist und nach 10 Jahren stirbst? Dann hat der Anbieter 5 Jahre lang gezahlt und du hast deine Wohnung verloren. Das ist kein Vertrag, das ist eine Wette auf deinen Tod.
Und dann kommt noch die Inflationsanpassung – als ob das irgendeinen Unterschied macht. Inflation ist nicht ein Index, das ist das Ende deiner Kaufkraft. Wenn du 1.000 Euro bekommst und die Inflation bei 5 % liegt, dann hast du in 10 Jahren 614 Euro Kaufkraft. Und wer soll das bezahlen? Der Anbieter? Der wird dann die Rente kürzen oder dich rauswerfen. Das ist kein Modell, das ist ein Betrug mit Notar.
Und warum redet keiner über die psychologischen Folgen? Dass du dich plötzlich wie ein Gast in deinem eigenen Zuhause fühlst? Dass du Angst hast, die Heizung hochzudrehen, weil du nicht weißt, ob der neue Eigentümer dich dafür verklagt? Dass du dich fragst, ob deine Enkel dich noch besuchen, wenn sie wissen, dass du keine Immobilie mehr hast? Dass du dich schämst, weil du jetzt auf staatliche Hilfe angewiesen bist, obwohl du dein Leben lang gearbeitet hast? Das wird nicht erwähnt. Weil es nicht in die Werbung passt.
Ich sage euch: Wenn du deine Immobilie verkaufst, verkaufst du deine Würde. Und die bekommst du nie zurück.
Jens Beyer
Dez 27, 2025 AT 22:03Interessant, dass hier alle nur von den Vorteilen reden, aber keiner erwähnt, dass die Leibrente nur funktioniert, wenn du bis 90 lebst. Sonst ist der Anbieter der echte Gewinner. Und wer hat schon die Kraft, nach 75 noch einen Vertrag zu verstehen, der aus 20 Seiten Rechtsjargon besteht? Das ist kein Instrument, das ist eine Falle für Leute, die nicht mehr wissen, wo sie hin sollen.
Ingrid Armstrong
Dez 29, 2025 AT 16:35Ich arbeite seit 15 Jahren in der Altersberatung und kann sagen: Die Leibrente ist ein hochkomplexes Instrument, das nur mit professioneller Begleitung funktioniert. Viele Senioren unterschreiben, weil sie Angst haben, ihre Wohnung zu verlieren – aber die Konsequenzen für die Grundsicherung werden unterschätzt. Ein entscheidender Punkt: Die Inflationsanpassung muss vertraglich festgeschrieben sein, sonst verliert man in 10 Jahren 30 % der Kaufkraft. Und die BaFin-Zulassung ist kein Garant für Seriosität – es ist ein Minimum. Achte auf die Bonität des Anbieters, die historische Zahlungspraxis und die Transparenz der Vertragsbedingungen. Eine Beratung durch einen unabhängigen Finanzplaner ist unverzichtbar. Die Leibrente ist kein Verkauf, sondern ein Lebensvertrag – und den sollte man nicht mit einem Handy unterschreiben.
Mile Barbiš
Dez 31, 2025 AT 02:09deutschland ist ein land der bürokratie und die leibrente ist nur ein weiteres beispiel wie man alte menschen ausbeutet
Maren E.
Jan 1, 2026 AT 11:20Ich habe meine Wohnung vor drei Jahren verkauft – und seitdem schlafe ich nicht mehr. Jeden Monat, wenn die Rente kommt, frage ich mich: Ist das wirklich mein Geld? Oder nur ein Geschenk des Schicksals, das jederzeit abgezogen werden kann? Ich fühle mich wie eine Geisel meiner eigenen Entscheidung. Und wenn ich sterbe? Werden meine Kinder dann noch wissen, dass ich einmal ein Zuhause hatte? Ich weine oft, wenn ich durch die Flure gehe und sehe, wie der neue Besitzer die Tapete wechselt. Ich bin nicht mehr die Herrin meines Hauses. Ich bin nur noch eine Zahl auf einem Konto.
Beate Goerz
Jan 2, 2026 AT 00:43Leibrente? Klar, ich sag’s dir: Das ist wie ein letzter Tanz mit deinem Zuhause. Du gibst den Titel ab, aber du behältst den Rhythmus. Du hast deine Wände, deine Küche, deine Fenster – und jeden Monat klingelt’s: Dein kleiner Lohn fürs Überleben. Kein Mietvertrag, kein Verkauf – nein, das ist ein Versprechen: Du bleibst. Du wirst nicht rausgeworfen. Und wenn du dich abends auf die Couch setzt und den Kaffee trinkst – dann weißt du: Das ist noch immer dein Platz. Die Leibrente ist kein Vertrag, das ist eine Liebeserklärung an dein Leben. Und wenn du sie richtig machst? Dann stirbst du nicht mit leeren Händen. Du stirbst mit einem Lächeln – weil du dein Zuhause nie verloren hast.
Torsten Hanke
Jan 2, 2026 AT 12:09Leibrente? Haha. Das ist doch nur ein cleverer Trick von der BaFin, um die Rentenlücke zu verstecken. Wer glaubt, dass die Anbieter nicht mit den Statistiken spielen? Die Lebenserwartung wird künstlich hochgerechnet, damit sie weniger zahlen müssen. Und die Garantiezeit? Die ist doch nur ein Werbeslogan. Ich hab’ einen Vertrag gesehen – da stand drin: „Garantiezeit bis zum Tod, sofern nicht durch höhere Gewalt beeinträchtigt“. Höhere Gewalt? Was ist das? Wenn der Anbieter pleite ist? Dann ist das halt höhere Gewalt. Und wer bezahlt die 1.800 Euro Notar? Du. Und wenn du stirbst, kriegt dein Enkel 100 Euro – und der Anbieter hat 300.000 Euro Immobilie. Das ist kein Modell, das ist ein Raubzug mit Unterschrift.
Und die Steuer? Ach ja, 13 % Ertragsanteil. Aber hast du mal die Nebenkosten gesehen? Die Heizkosten? Die Reparaturen? Die müssen immer noch du zahlen. Der neue Eigentümer sagt: „Wohnrecht, aber keine Reparaturpflicht“. Und wenn die Heizung kaputt ist? Dann kriegst du keinen Cent mehr. Weil du ja „nur“ wohnst. Das ist kein Sicherheitsnetz, das ist eine Falle mit Teppichboden.
Oliver Escalante
Jan 3, 2026 AT 03:17Ich hab’s getan. Verkauft. 2022. 78 Jahre alt. 1.100 Euro Rente. 10 Jahre Garantie. Inflationsanpassung. Und wisst ihr was? Ich lebe noch. Und ich bin glücklich. 🙏 Die Leibrente hat mir mein Zuhause zurückgegeben – nicht als Eigentum, sondern als Heimat. Ich hab’ keine Angst mehr vor dem Pflegeheim. Ich hab’ keine Angst vor den Mietsteigerungen. Ich hab’ nur noch Angst, dass ich zu früh sterbe – damit meine Enkel was davon haben. Aber das ist kein Nachteil. Das ist ein Geschenk. Ich hab’ mein Leben lang gearbeitet. Jetzt lebe ich. Und ich danke Gott für diese Lösung. 💪❤️
Philipp Schöbel
Jan 3, 2026 AT 22:36Die Leibrente ist das perfekte Beispiel dafür, wie Deutschland alte Menschen systematisch enteignet – unter dem Deckmantel der „Sicherheit“. Wer hat das erfunden? Ein Banker mit einer Krawatte und einem BMW? Nein. Ein Politiker, der nie eine Immobilie besessen hat. Und jetzt reden alle von „modernen Lösungen“ – als ob das kein Raub wäre. Du verlierst deine Immobilie, deine Identität, deine Kontrolle. Und was bekommst du? Ein paar Euro im Monat, die nicht mal reichen, um deine Medikamente zu bezahlen. Und dann kommt noch die Grundsicherung – die wird dir einfach weggenommen. Weil du „Einkommen“ hast. Aber was ist das für ein Einkommen? Ein Kredit, der mit deinem Tod endet. Das ist kein Rentensystem. Das ist ein Kapitalismus mit Altersdienst. Und die Leute, die das verkaufen? Die sind keine Helfer. Die sind Räuber mit Anwälten.
Und die BaFin? Die prüft nur, ob die Papiere unterschrieben sind. Nicht ob der Vertrag fair ist. Nicht ob die Rente reicht. Nicht ob der Anbieter jemals zahlen kann. Die prüft nur, ob die Form stimmt. Und das ist das Problem. Wir haben ein Land, das mehr auf Form als auf Inhalt achtet. Und das ist der Tod der Menschlichkeit.
Gisela De Leon
Jan 5, 2026 AT 07:44Leibrente = Verlust der Würde
Niamh Allen
Jan 5, 2026 AT 09:58Ich habe eine Leibrente mit meiner Tochter abgeschlossen – und jetzt sitzt das Finanzamt mir im Nacken. Sie sagt, sie zahlt mir 800 Euro – aber der Marktwert der Wohnung lag bei 320.000 Euro. Das Finanzamt sagt: Das ist eine Schenkung. Und jetzt muss ich 15.000 Euro Steuern nachzahlen, weil sie „nicht marktgerecht“ war. Ich hab’ doch nur versucht, meiner Tochter etwas zu geben. Und jetzt bin ich der Betrüger? Ich hab’ meine Wohnung verloren, meine Tochter ist verärgert, und das Finanzamt will noch mehr. Das ist kein Modell. Das ist ein juristischer Albtraum. Und wer sagt, dass man das nicht mit Verwandten machen kann? Der Staat. Und der hat immer recht.
Manuel Kurzbauer
Jan 6, 2026 AT 05:23Die Leibrente ist eine existenzielle Frage: Was bedeutet Besitz? Ist es das Recht, eine Immobilie zu halten – oder das Recht, darin zu leben? Die moderne Gesellschaft hat den Besitz mit dem Wert verwechselt. Wer besitzt die Wohnung? Der, der den Kaufvertrag unterschrieben hat? Oder der, der jeden Morgen den Kaffee aufsetzt? Die Leibrente stellt diese Frage offen. Sie entzieht das Eigentum, aber sie bewahrt die Heimat. Und das ist paradox. Sie ist kein Werkzeug der Kapitalisierung – sie ist ein Akt der menschlichen Würde. Wir haben vergessen, dass eine Wohnung nicht nur ein Vermögenswert ist. Sie ist ein Ort der Erinnerung, der Geborgenheit, der Ruhe. Und die Leibrente – wenn sie richtig gemacht wird – gibt uns genau das zurück: die Möglichkeit, zu Hause zu sterben – nicht im Pflegeheim, nicht in der Fremde, nicht als Zahl auf einem Konto, sondern als Mensch, der noch immer einen Ort hat, der ihm gehört – auch wenn er nicht mehr sein Eigentum ist.
Björn Ackermann
Jan 7, 2026 AT 19:13Die Darstellung der Leibrente als „etabliertes Instrument“ ist irreführend. Es handelt sich um ein strukturell instabiles Modell, das auf der Ausbeutung der Lebenserwartung basiert. Die Ertragsanteile sind künstlich niedrig angesetzt, um die Attraktivität zu erhöhen – eine klassische Form der Verbrauchertäuschung. Die BaFin-Zulassung ist ein Scheinheiligkeitssystem: Sie garantiert keine solide Kapitaldeckung, nur die Einhaltung formaler Vorschriften. Die Inflationsanpassung ist ein Marketing-Feature, das in 78 % der Verträge nicht verbindlich ist. Und die Garantiezeit? Ein kalkuliertes Risiko: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 75-Jähriger länger als 15 Jahre lebt, liegt bei unter 30 %. Der Anbieter gewinnt. Der Kunde verliert. Und die Politik? Sie schaut zu – weil sie die Last der Alterssicherung auf die Privatwirtschaft abwälzt. Das ist kein Modell. Das ist eine systemische Schwachstelle, die nur auf den ersten Blick menschlich erscheint.
jens lozano
Jan 7, 2026 AT 21:58Leibrente? Klar, funktioniert – wenn du nicht zu dumm bist, um die Kleingedruckten zu lesen. Ich hab’s gemacht, hab’ meinen alten Kram verkauft, kriege 950 Euro, und meine Tochter wohnt jetzt in der Wohnung. Aber sie hat mir gesagt: „Papa, du kannst ja jederzeit ausziehen, wenn du willst.“ Ich hab’ gelacht. Weil ich weiß: Wenn ich ausziehe, ist der Vertrag weg. Und dann? Dann hab’ ich keine Wohnung mehr. Und keine Rente. Also bleib ich. Und ich bin froh. Nicht weil’s perfekt ist. Sondern weil’s besser ist als das Pflegeheim. Und nein, ich hab’ keine Angst vor der Steuer. Ich hab’ meinen Ertragsanteil eingetragen. Und ja, ich hab’ auch den Notar bezahlt. Aber ich hab’ mein Zuhause behalten. Und das ist mehr, als die meisten von uns kriegen.
Mylander Plattner
Jan 9, 2026 AT 10:40Die Erwähnung der Steuerpflicht ist unzureichend. Gemäß § 22 EStG ist der Ertragsanteil nicht nur steuerpflichtig, sondern unterliegt zudem der Progression. Das bedeutet: Selbst bei einem Ertragsanteil von 13 % kann die effektive Steuerlast bei einem Einkommen von 12.000 € p.a. über 18 % liegen, da der Grundfreibetrag durch die Leibrente verdrängt wird. Zudem ist die Berücksichtigung der Inflationsanpassung als „Vorteil“ irreführend – sie führt zu einer höheren Ertragsquote gemäß § 22 Abs. 3 EStG, da die Anpassung als „zusätzliche Leistung“ gewertet wird. Die BaFin-Zulassung garantiert keinesfalls die Solvabilität des Anbieters, sondern nur die Einhaltung von Mindestanforderungen gemäß KWG § 32. Ein Vertrag ohne Rückkauf- oder Umschreibungsklausel ist rechtlich bindend, aber ökonomisch verlustreich. Die Verwendung des Begriffs „Wohnrecht“ ist irreführend – es handelt sich nicht um ein dingliches Recht, sondern um ein schuldrechtliches Nutzungsentgelt, das jederzeit durch Vertragsänderung oder Insolvenz des Anbieters gefährdet ist. Wer diese Verträge abschließt, tut dies auf eigene Gefahr – und sollte sich bewusst sein, dass er seine Immobilie nicht verkauft, sondern seine Zukunft verkauft.
erwin dado
Jan 9, 2026 AT 20:37Dein Kommentar, Mylander, ist juristisch präzise – aber du vergisst, dass viele Senioren keine andere Wahl haben. Sie haben keine Kinder, keine Ersparnisse, keine Unterstützung. Für sie ist die Leibrente nicht ein Risiko – sie ist die einzige Möglichkeit, zu Hause zu bleiben. Du analysierst die Verträge. Ich sehe die Menschen.