Warum du einen Kellertrockner brauchst - und warum Lüften allein nicht reicht
Ein feuchter Keller ist mehr als nur ein Ärgernis. Der modrige Geruch, die schwarzen Flecken an den Wänden, der ständige Druck, etwas tun zu müssen - das sind klare Zeichen, dass dein Keller nicht mehr nur nass ist, sondern krank wird. Viele versuchen es mit regelmäßigen Lüftungsrunden, aber das hilft nur, wenn die Außenluft trockener ist als die Luft im Keller. Im Winter? Meistens nicht. Im Frühjahr und Herbst? Oft sogar feuchter. Dann wird das Lüften zum Selbstbetrug.
Ein Kellertrockner arbeitet anders. Er zieht die Feuchtigkeit aus der Luft, kondensiert sie und sammelt sie in einem Tank oder leitet sie ab. Das Ergebnis? Eine relative Luftfeuchtigkeit von 30 bis 45 %. Das ist der Bereich, in dem Schimmel nicht wachsen kann. Die Technik ist nicht neu, aber heute ist sie präzise, zuverlässig und für Privathaushalte erschwinglich geworden. Laut Statista wurden 2025 allein in Deutschland über 420.000 Geräte verkauft. Die Zahl steigt jedes Jahr - nicht weil die Leute plötzlich verrückt werden, sondern weil sie endlich verstehen: Wer Schimmel verhindern will, muss die Luftfeuchtigkeit kontrollieren - nicht hoffen.
Wie lange musst du den Kellertrockner laufen lassen?
Die häufigste Frage: „Wie lange muss der Trockner laufen?“ Die Antwort ist einfach: länger als du denkst. Die Luft trocknet in drei bis fünf Tagen. Das merkst du, wenn du die Wand nicht mehr feucht anfühlst und der Geruch verschwunden ist. Aber das ist nur die Oberfläche.
Die Feuchtigkeit in den Wänden, im Putz, im Beton - die bleibt. Die braucht Zeit, um langsam nach außen zu wandern. Experten wie Prof. Dr. Anja Weber vom Deutschen Schimmelinstitut warnen: „Die Luft trocknet in 3-5 Tagen, aber die Wände benötigen mindestens 10-14 Tage, um das Sicherheitsniveau von unter 20 % Materialfeuchte zu erreichen.“
Das bedeutet: Du kannst nicht einfach nach einer Woche abschalten, weil es „trocken“ wirkt. 68 % der Nutzer machen genau diesen Fehler. Laut dem Handwerker Journal (Oktober 2023) kehrt der Schimmel bei 41 % dieser Fälle zurück - oft sogar schneller als zuvor. Ein echter Erfolg braucht Geduld. Die meisten professionellen Anwender lassen den Trockner 21 bis 28 Tage ununterbrochen laufen, besonders wenn der Keller schon länger nass war. Und selbst dann: Ohne eine Wandfeuchtemessung zu machen, weißt du nicht, ob du wirklich sicher bist. Und das ist der Grund, warum 57 % der Nutzer nach dem Abschalten einen Rückfall erleben.
Die richtige Einstellung: 30 % Luftfeuchtigkeit ist der Schlüssel
Nicht jedes Gerät ist gleich. Aber alle modernen Kellertrockner haben einen Dauerbetriebsmodus - oft als „CO“ oder „Keller“ bezeichnet. Dieser Modus hält die Luftfeuchtigkeit konstant bei 30 %. Das ist kein Zufall. Der Wert 30 % ist der Goldstandard. Laut Dr. Markus Richter vom Institut für Gebäudeklimatik an der TU München: „Die korrekte Einstellung auf 30 % relative Luftfeuchtigkeit im Dauerbetrieb ist der entscheidende Faktor für den Erfolg.“
Warum nicht 40 %? Weil Schimmel bei 70 % beginnt zu wachsen - aber schon ab 55 % beginnt er, sich zu verstecken. 30 % ist der Wert, der wirklich sicher ist. Und es ist der Wert, den die neue DIN 18202:2024-03 für Wohnkeller vorschreibt.
Die Einstellung ist aber nicht immer einfach. Bei Stahlmann-Geräten musst du die Pfeil-Runter-Taste gedrückt halten, bis 30 % auf dem Display erscheint. Bei Bautec-Geräten drückst du die Set-Taste, dann hältst du die Pfeil-Runter-Taste. Einige Geräte haben sogar einen speziellen „Keller-Modus“, der automatisch auf 45 % geht - das reicht nicht. Du musst manuell auf 30 % runtergehen. Lies die Anleitung. Oder such dir ein Gerät mit einem klaren Display, das die Zielwert-Einstellung direkt zeigt. Wenn du unsicher bist, probier es aus: Stell den Trockner auf 30 %, lass ihn 24 Stunden laufen und schau, ob er sich dann abschaltet - oder weiterarbeitet. Wenn er weiterarbeitet, ist er im richtigen Modus.
Was du vor dem Start unbedingt tun musst
Ein Kellertrockner ist kein Zauberstab. Er funktioniert nur, wenn der Raum abgedichtet ist. Das ist der häufigste Fehler: Leute stellen den Trockner mitten in den Keller, drehen ihn an - und lassen die Tür offen, die Fenster gekippt, oder die Lüftungsschächte offen. Das ist wie einen Wasserschlauch in einen Schwamm zu stecken und dann hoffen, dass er trocken wird.
So geht’s richtig:
- Schließe alle Türen und Fenster - komplett.
- Versiegle alle Ritzen, Kabeldurchführungen und Lüftungsschächte mit Klebeband oder Baufolie. Selbst kleine Öffnungen lassen feuchte Luft einströmen.
- Stelle den Trockner zentral im Raum auf - mindestens 50 cm von Wänden, Möbeln und Regalen entfernt. Die Luft muss frei zirkulieren können.
- Stelle sicher, dass der Luftfilter sauber ist. Ohne Filter läuft das Gerät nicht. Einige Modelle schalten sich sogar automatisch ab, wenn der Filter verstopft ist.
- Entscheide: Tank oder Abfluss? Ein Wassertank von 10 Litern reicht bei 15 Litern Tagesleistung nur für 6-8 Stunden. Das bedeutet: dreimal am Tag leeren. Mit einer Kondensatpumpe (die in modernen Geräten wie dem Trotec TTK 120 integriert ist) leitest du das Wasser einfach in die Kanalisation. Das spart Zeit, Nerven und verhindert, dass du vergisst, den Tank zu leeren - und der Trockner abschaltet.
Stromkosten, Geräusche und die besten Geräte 2026
Ein Kellertrockner verbraucht zwischen 200 und 400 Watt. Bei einem Strompreis von 0,35 €/kWh (Stand Januar 2026) kostet ein Tag Betrieb zwischen 1,68 € und 3,36 €. Für 21 Tage: zwischen 35 € und 70 €. Klingt viel? Vergleich das mit den Kosten einer Schimmelsanierung: 2.000 € bis 10.000 €. Der Trockner ist eine Investition - keine Ausgabe.
Die Geräte sind heute leiser als früher, aber sie sind nicht still. Der Lärm liegt bei 45-55 dB - ähnlich wie ein Kühlschrank. Wenn du den Keller als Hobbyraum nutzt, solltest du ein Modell mit Nachtmodus wählen. Die neuesten Geräte von Trotec (TTK 140S, seit November 2025) und Comfee (MDDF 16DEN7, seit Januar 2025) haben sogar WiFi-Steuerung. Du kannst sie per App kontrollieren, die Feuchtigkeit aus der Ferne überwachen und den Betrieb planen.
Marktführer sind Trotec (32 % Marktanteil), Comfee (24 %) und Kärcher (18 %). Für den privaten Gebrauch reicht ein Gerät mit 10-15 Litern Tagesleistung. Wenn dein Keller über 30 m² groß ist oder stark verschimmelt ist, geh auf 20 Liter. Achte auf Kondensatpumpe, Frostschutz (mindestens 1-5 °C), und eine klare Bedienung. Die besten Bewertungen auf Amazon (4,1 von 5 Sternen, über 1.200 Bewertungen) kommen von Nutzern, die den Trockner konsequent laufen ließen - und nicht nach einer Woche abgeschaltet haben.
Wie du den Erfolg überprüfst - und nicht wieder scheiterst
Der letzte Schritt ist der wichtigste: Du musst wissen, ob es funktioniert hat. Und dafür brauchst du ein Gerät: eine Wandfeuchtemessung. Kein Auge, kein Geruch, keine Luftfeuchtigkeitsmessung in der Luft - das reicht nicht. Du brauchst einen Feuchtemesser, der die Feuchtigkeit im Mauerwerk misst. Die Geräte kosten ab 50 € - und du kannst sie in jedem Baumarkt ausleihen.
Die Messung machst du an mehreren Stellen an den Wänden - besonders an den Ecken und an Stellen, wo Schimmel war. Ein Wert unter 20 % Materialfeuchte ist das Ziel. Über 25 % ist kritisch. Wenn du keinen Messwert hast, weißt du nicht, ob du sicher bist. Und das ist der Grund, warum so viele scheitern.
Ein Nutzer, „Hausmeister24“, schrieb im Forum bauen.de im März 2025: „Nach 12 Tagen Dauerbetrieb mit korrekter Einstellung auf 30 % war der Schimmelgeruch weg und die Wandfeuchte sank von 28 % auf 17 %.“ Das ist der Erfolg, den du willst. Ein anderer, „Sanierer99“, schrieb: „Habe nach 5 Tagen abgeschaltet - nach 3 Wochen war der Schimmel wieder da.“ Das ist der Fehler, den du vermeiden musst.
Was passiert, wenn du es falsch machst?
Ein falsch betriebener Kellertrockner bringt nichts - und kann sogar schaden. Wenn du zu früh abschaltest, kehrt der Schimmel zurück - oft aggressiver, weil er sich in der Wand eingenistet hat. Wenn du den Abstand zu Wänden vernachlässigst, trocknet die Luft nur in der Mitte des Raums. Wenn du den Filter nicht wechselst, wird das Gerät ineffizient und verbraucht mehr Strom. Wenn du die Temperatur unterschätzt und der Keller unter 5 °C wird, friert die Kältemittelspule ein - das Gerät stoppt, und du denkst, es sei kaputt.
Die größte Gefahr ist Selbstüberschätzung. Du denkst: „Ich habe es doch gesehen - die Wand ist trocken.“ Aber Schimmel wächst nicht nur an der Oberfläche. Er frisst sich durch Putz, Farbe, Holz - und bleibt unsichtbar. Erst wenn er wieder sichtbar wird, merkst du: Du hast nur die Luft getrocknet - nicht den Keller.